Chrome ist seit kurzem erhältlich und schon spekulieren die ersten über einen neuen Browserkrieg.
In den 90ern wurde er von von Netscape und Microsoft ausgefochten. Klarer Sieger durch KO: Microsoft mit dem Internet Explorer der lange Zeit fast das Browser Monopol hielt.
Der Internet Explorer verliert kontinuierlich Marktanteile. Sehr schön zu sehen in dieser Statistik. Die Anteile gehen meistens an Firefox. Doch wie wird die Verteilung aussehen wenn Chrome erst einmal los legt?
Chrome hat jetzt schon einen guten Vorteil: Man brauch keine Administrator Rechte um den Browser zu installieren. Dadurch steht dem Einsatz in Firmen nichts im Wege. Theoretisch kann sich jeder das Ding selbst auf die Platte klatschen. Und das völlig einfach.
Das alleine ist natürlich kein Grund. Warum also sollte Chrome innerhalb kürzester Zeit das gelingen was Firefox sich über Jahre hinweg langsam erarbeitet; nämlich eine echte Bedrohung für den Internet Explorer zu sein die ihn vom Markt verdrängen könnte?
5 Gründe die für einen, für Google erfolgreichen, Browserkrieg sprechen:
1. Google hat Geld
Google kann sich jede Technologie kaufen. Google kann sich sogar Fehlinvestitionen leisten. Das kann Microsoft auch. Bei Mozilla sieht es da eher schlecht aus.
2. Google ist bekannt
Google muss keine Marke etablieren. Google ist DIE Marke. Jeder kennt Google, fast jeder liebt Google. Mozilla musste sich den Ruf erst aufbauen. Aber selbst jetzt können zwar viele mit dem Begriff “Firefox” etwas anfangen aber was zur Hölle ist Thunderbird? Und was ist Mozilla? Google Mail kennt man schon, Chrome wird bald als Google Browser bekannt sein. Es gibt Google Earth, Google Video…
3. Google hat das Know-How
Schon fast der entscheidende Punkt. Wenn es um Web Entwicklung geht ist Google Microsoft weit überlegen. Google macht schließlich nichts anderes. Während der Internet Explorer noch immer bei vielen Standards wie den Acid Tests versagt und sich in der Version 7 hauptsächlich darauf beschränkte Features einzubauen die alle anderen Browser bereits hatten kommt Google Chrome bereits in einer Beta Version sehr solide rüber.
4. Google kontrolliert das Online Marketing
Wenn Google seine Marken puschen will kontrolliert es die wichtigsten Kanäle. Welche Seite hat denn kein Adsense eingebunden? Zwischendurch werden halt mal eigene Ads für Chrome geschaltet. Wenn bei Google gesucht wird gibt es halt noch ne zusätzliche AdWords Anzeige zu Chrome. Wo jetzt Firefox empfohlen wird ist es bald der eigene Browser. Google könnte theoretisch dafür sorgen, dass man sich keine 2 Seiten durch das Netz bewegen kann ohne eine Anzeige für Chrome zu sehen.
5. Google ist überall und hat Macht
Google bietet viele eigene Web-basierte Tools. Google Mail, das Google Office und Youtube um nur einige zu nennen. Google kann jederzeit Features in seine Tools einbauen die nur mit dem Chrome Browser funktionieren. Und die Leute werden eher den Browser wechseln als sich z.B. eine Alternative zu Youtube zu suchen. Es kann mit kleinen Features anfangen und später so weit gehen, dass Seiten nur noch mit Chrome richtig funktionieren. Es reicht schon viele Features anzubieten die andere Webmaster freiwillig in ihre Homepage einbauen.
Gerade der letzte Punkt ist das Kennzeichen eines Browserkrieges. Wer erinnert sich noch an die Zeiten wo im Footer Slogans wie “Optimiert für Microsoft Internet Explorer” zu lesen waren? Genaugenomen reicht es schon,dass Chrome immer als erster die vom W3C geforderten Standards erfüllt. Das schafft Google eher als Microsoft. Was kann Microsoft da entgegensetzen mit dem Internet Explorer 8? Eigentlich nur ein noch stärkeres Zusammenspiel mit Windows. Aber selbst das ist auf dem absteigenden Ast. Ich hoffe, dass wir zumindest von solch üblen Auswüchsen eines Browserkrieges verschont bleiben.
Ich denke, dass Microsoft ganz schnell vom Browsermarkt verschwunden ist wenn Google aggressiv angreift. Microsoft wird den Kampf verlieren wenn es dazu kommen sollte. Genau so wie Netscape im Kampf gegen Microsoft gnadenlos untergegangen ist.
Die Position von Microsoft wurde über Jahre hinweg durch den Firefox und andere Browser geschwächt. Google ballert Microsoft vom Markt, entzieht Mozilla zugunsten von Chrome die Unterstützung und wird Marktführer. Der Firefox wird ebenso darunter leiden, da er und Chrome eine ähnliche Zielgruppe bedienen. So sieht für mich eine realistische Zukunft aus.
Was meint ihr? Wird es zum Browserkrieg kommen? Und wer wird ihn gewinnen? Google, Microsoft oder jemand anderes?









September 4th, 2008 at 00:06
Chrome hat binnen eines Tages bereits 1% am weltweiten Marktanteil erreicht. Das ist schon ne harte Ansage.
Ob wirklich ein Krieg entsteht, kann gut sein. Zumindest zwischen IE und GC, Firefox wird glaube ich nicht direkt betroffen sein. Und gegen Firefox wird Google auch nicht schiessen, schliesslich bekommen sie daher auch ne Menge Traffic. Aber den IE werden sie massiv angreifen, gehe ich fest von aus. Und Adwords Anzeigen zu Chrome gibt es ja bereits schon. Ich denke also wirklich es wird einen Krieg geben, aber halt nur Google gegen MS. Und Google und Mozilla gehen als Sieger daraus hervor.
September 4th, 2008 at 00:12
Gegen Mozilla wird sicher kein direkter Krieg geführt werden. Aber auch da werden Marktanteile wegbrechen. Und zwar von ganz alleine. Bei den Microsoft Nutzern muss man sich die User holen. Die anderen kommen von selbst wenn sie sehen, dass das Produkt besser ist. Darum sind sie ja weg von MS.
September 4th, 2008 at 06:33
Ich glaube das Google sich gegen alle Konkurrenten durchsetzen wird und in ein paar Jahren die finanzielle Unterstützung zu Mozilla aufgibt. Dadurch wird Mozilla zusammenfallen und Google “beherrscht” einen Großteil des Internets.
September 4th, 2008 at 07:55
Sehr schöner Artikel. Ich hoffe, dass es Google wirklich schafft den Markt zu erobern. Schon alleine, weil Google sich an die Standards hält und nicht wie Microsoft alles neu erfindet. Für einen Webdesigner wie mich ist der IE nämlich ein Fluch.
September 4th, 2008 at 07:58
Nutzer des Internet Explorers haben keine Ahnung, was das W3C ist. Ob die sich dafür interessieren, dass Chrome die Anforderungen schneller umsetzt, ist fraglich. Die großen Seiten, die von Normalos oft angesurft werden, können es sich nicht leisten, den IE auszusperren und PC-Freaks sehen in Google inzwischen auch immer mehr den Datensammler als eine Organisation mit weißer Weste. Gespannt bin ich allerdings darauf, ob sich dadurch die “Subkultur” Datenschützer im Internet noch klarer abtrennt, weil sie warten, bis andere Browser die Standards unterstützen, während die Freaks es so schnell wie möglich implementieren.
Bei der Entwicklung von Firefox könnte es natürlich düster werden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein neues OpenSource Projekt entstehen wird. Das wird wahrscheinlich erstmal ein recht schlanker Browser sein, der immer weiter entwickelt wird, bis er selbst wieder zusammenbricht. Dann entsteht wieder ein neuer, …
Letztlich lässt sich sagen, dass ich hoffe, dass Google seine weiße Weste endlich auch einmal bei den normalen Leuten verliert. Vielleicht sollte man gerade jetzt – wo alle über Datenhandel so schockiert sind – auch Googles Datensammelei anbringen.
September 4th, 2008 at 08:13
Im Moment hat M$ den Vorteil, dass Ihr Browser standardmässig auf dem verbreitetsten OS integriert ist.
Aber grundsätzlich hat Google wirklich gute Chancen. Er ist schnell, einfach zu bedienen und interpretiert die Webseiten anständig.
Ich persönlich bin aber auch kein Fan von der Vorstellung, dass sich da so viele Browser etablieren und man für jeden angepasste CSS oder sonstige Anpassungen machen darf
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September 4th, 2008 at 09:38
Der IE wird Marktanteile abgeben müssen, ebenso wie Opera, Firefox usw. Google ist/hat eine Macht die auch eingesetzt wird. Zwar nicht so offen und direkt wie man erwarten könnte, doch es wird.
Wenn nach verlassen des Beta-Status die anderen Plattformen hinzukommen werden, ab dann werden die Karten neu gemischt. Das Ding ist auf den ersten Blick nicht schlecht gemacht, die berechtigten Datenschutzbedenken werden wie immer bei einigen Nutzern genug Gewichtung erlangen, um bei den heutigen Tools zu bleiben, andere werden sich drauf verlassen, das ‘Die’ schon nichts schlimmes im Sinn haben werden. Eine Herde von Schafen. In der EULA fängt man das Weinen an, was man alles aufgibt um Chrome zu nutzen.
Ich denke schon, es wird einen Wettkampf zwischen den Browsern geben. Solange der IE für Updates und sonstiges Allerlei auf dem Windows Rechners zum Einsatz kommt, wird er seine Vormachtstellung nie verlieren. Google wird sich nicht bei der Community unbeliebt machen und Mozilla den Hahn irgendwann zudrehen. IMHO ist Opera gefährdet letztlich auf der Strecke zu bleiben.
September 4th, 2008 at 09:43
Google könnte schon fast den Illuminaten den Rang ablaufen. Die haben ihre Finger überall drin. Noch genießt der IE, gefolgt vom FF, den größten Marktanteil. Doch das wird sich ändern, wenn Chrome bekannter geworden ist, und “praktischerweise” Schnittstellen zu Googles Webdiensten anbietet.
Für mich persönlich steht fest, dass Chrome nicht auf meine PCs kommt. Möge dieser neue Browser noch so konform zu Standards sein, noch so ressourcensparend, noch so viele Goodies beinhalten. Ich bin schon bei FF stets bemüht, den Datenschutz und die Privatsphäre durch Einstellungen und Plugins zu sichern. Da installiere ich mir doch nicht einen Browser Marke “Datenkrake”
September 4th, 2008 at 14:23
Ich bezweifle, dass es kurzfristig zu einem Browserkrieg kommt. Dass Chrome schon ein Prozent Marktanteil an einem Tag erlangt hat, liegt mit Sicherheit an der Neugier der User und dem Hype, der darum gemacht wird.
Zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, dass Chrome nur eine gut gemachte Beta ist. Inwieweit und wie schnell Google auf Sicherheitslecks reagiert und auch Neuerungen durchführt, wird erst die Zukunft weisen. An Google-Mail hat sich seit Erscheinen ja auch nicht sonderlich viel getan. Warum sollte es bei Chrome anders sein?
September 4th, 2008 at 17:12
Der Youtube Effekt?!
Nachdem Google “Google Video” nicht vernünftig etablieren konnte, kaufte man Youtube. Nachdem man Mozilla nicht vollständig kaufen konnte, erstellte man eben einen Konkurrenten, der Mozilla so bedrängen wird, dass sie verkaufen müssen. Das wäre schade, weil es der OpenSource-Bewegung schaden würde. Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber
CHROME IST NICHT OPENSOURCE!
OpenSource ist Chromium. Chrome baut zwar auf Chromium auf, ist aber selbst ClosedSource. Daher ist Chrome ein großer Schaden für uns alle.
Außerdem: Die Argumente mit den W3C-Standards und acid3 zählen nicht, da das Rendering auf Webkit (Safari u.A.) basiert, kann Google selbst nichts für die Einhaltung oder Nicht-Einhaltung der Standards. Chrome ist nur ein Interface.. mehr nicht.. Und ein toller Weg zur vollständigen Spionage!
September 4th, 2008 at 23:07
Nutzen und Komfort wird für viele Nutzer im Vordergrund stehen.
Ich finde, der Firefox hat im Moment noch einige Vorteile zum Chome: z.B. die vielen Plug-Ins. AdBlock ist ein sehr sinnvoller (wo wir schon mal bei der vielen Werbung sind). Das macht für mich viele Seiten übersichtlicher. Im Chrome oder IE7 erkennt man manchmal vor lauter blinkender Bildchen und Slide-In’s kaum noch die eigentliche Website. Es gibt allerdings auch Seiten, wo der Firefox versagt. Da muss man halt mal auf die Konkurenz zurückgreifen.
So on
September 4th, 2008 at 23:54
Sagt mal, vergesst ihr nicht trotz allem den Opera Browser mit seinen kümmerlichen 2,1%? Gut, mir war klar, dass er nicht überall beliebt ist, aber dass es so schlecht um Opera steht …?
Und wenn ihr schon Acid3 als vollwertigen, aussagekräftigen Test betrachtet, dann denkt bitte immer daran, dass Opera mit 84/100 auch noch sehr gut im Rennen liegt (9.51,Build 10081)
So. Unter allen genannten Bedenken (Spionage, Monopolstellung, Closed Source) bleibe ich als Miniadmin bei Opera (und meine User mit mir!)
September 5th, 2008 at 02:25
Dass Opera auch eine gute Alternative ist bestreitet wohl keiner. Aber mit eben knapp 2% kann der nicht mitreden wenn es um Maktdominanz geht. Hier sieht man eben wieviel das Marketing ausmacht. Opera kann noch so geil sein, ohne einen Push wie ihn der Firefox bekommen hat ist es nur ein Randgruppenbrowser. Mir ist es egal ob jemand Firefox oder Opera benutzen will. Alles besser als der IE.
September 5th, 2008 at 15:40
Ok, mit den Randgruppen muss ich dir zustimmen. Ich habe heute auch die Gelegenheit genutz, Chrome intensiver auszuprobieren. Dabei sind mir zusätzlich aufgefallen:
standardmäßig sind keine Mausgesten implementiert. So weit so schlecht. Natürlich sollen die User darauf trainiert werden, das Internet mit der Tastatur zu durchsurfen, aber das ist zu extrem. Besonders vermisse ich Operas “Tab-Switch” mir RMT+Scroll.
Es werden Microsoft Proxyeinstellungen übernommen. Vielleicht ganz gut. Aber störend, wenn man bei der Arbeit mal ohne Proxy surfen will. Besonders gut dagegen die Variante von Firefox (Proxy gesamt oder individuell einstellbar) und Opera (Proxy nur individuell einstellbar!).
Mal sehen, wie sich Chrome bis zum RC macht.
September 5th, 2008 at 22:47
In der Firma fand ich den Chrome zunächst mal klasse. Wenig Schnickschnack, ziemlich schnell Und obendrein sehr intuitiv zu bedienen. Später, zu hause, fand ich das Ding dann schon nicht mehr so super prickelnd weil meine Kaspersky Antiviren/Firewall-Superduper-Software den Browser beim Installationsaufruf als “Trojan/generic” Virus eingestuft hat.
Wie man jetzt so liest auch offenbar nicht zu unrecht. Ich werde jetzt erst mal ein paar Wochen abwarten bis es Einstellungen gibt um dem Teil den Hahn abzudrehen.
September 7th, 2008 at 01:42
Ich zitier zu gern die EULA: “In den deutschen Nutzungsbedingungen findet sich noch die alte Formulierung, in der es unter Punkt 11.2 heißt: “Sie erkennen an, dass diese Lizenz Google dazu berechtigt, die Inhalte anderen Unternehmen, Organisationen oder Personen zugänglich zu machen, die mit Google zum Zweck der Bereitstellung syndizierter Services zusammenarbeiten, sowie die Inhalte im Rahmen der Bereitstellung solcher Services zu nutzen.”
Quelle: Golem
September 10th, 2008 at 00:05
Bin langsam echt am überlegen, ob ich mir Opera nicht mal angucken soll. Tendenziell sieht der schon ziemlich schick aus und ehrlich gesagt kotzt mich die fiese GTK-Oberfläche von Mozilla ziemlich an. Schade nur, dass man damit komplett von vorne anfangen muss, wenn man an seine geliebten Addons gewöhnt ist und dann erstmal Ersatz finden muss. Und meine Bookmarks vom Mozilla mag der auch irgendwie nicht vollständig importieren…
September 10th, 2008 at 10:00
Hab eben erst bemerkt, dass meine bookmarks.html leer war (wahrscheinlich weil ich mit Foxmarks die Lesezeichen gleichzeitig auf 6 verschiedenen Systemen synchronisiert halte und der sich die woanders speichert).
Jedenfalls hab ich die Bookmarks ganz normal exportiert, dann ins Mozilla-Userverzeichnis händisch wieder reinkopiert. Der Import klappt jetzt ganz einwandfrei von Opera aus.
Grüße,
Free
May 18th, 2009 at 14:00
hi,
wenn man davon ausgeht, das 90% aller User DAO´s sind (wieso geht ich noch davon aus? lol *rhetorische frage*), so kann man als Fachkundiger und konstruktiver Mitdenker davon ausgehen, das Google den Kampf gewinnen wird. Man erwähne hier nur die Naivität und “Leichtbeeinflussbarkeit” eines DAO´s … man hört doch nur “…oh Google, ja is schon cool…” etc etc. und schon hat man einen (den dümmsten),(achja und grössten) Kundenstamm…Kenner nutzen weiter den FF (für DAO´s: Feierfuchs muhaaa) bis auch ihm die WebFeatures verweigert werden. Vom IE fang ich hier erst garnicht an.
Tolle Seite, heut entdeckt^^
May 18th, 2009 at 14:07
*Ironie Modus an* … ups da hab ich wohl nich aufgepasst … *Ironie Modus aus*
wos der Fehler in meinem vorigen Post ??? die Frage sei an die DAU´s <—— man beachte das U — gericvhtet