Der Lacher des Tages kommt mal wieder von CDU und SPD.
Die Bundeswahlleiter befürchten, dass durch Twitter die Bundestagswahl unzulässlig beeinflusst wird.
Und zwar fürchtet man sich davor, dass die Ergebnisse der sogenannten exit-Polls über Twitter verbreitet und schnell jederman zugänglich gemacht werden könnten.
Die exit-Polls sind Befragungen der Wähler nachdem sie das Wahllokal verlassen haben. Es wird also explizit gefragt was denn auch wirklich gewählt wurde. Das Ergebnis dieser Umfragen bekommen die Parteien bereits am Nachmittag mitgeteilt. Es besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse dann von einem Abgeordneten über Twitter verbreitet werden.
Unser allseits geschätzter Dieter Wiefelspütz hällt es daher für angebracht die Befragung verbieten zu lassen.
Dorothee Bär hällt es zumindest für sinvoll einen Kodex des Stillschweigens zu vereinbaren.
Quelle: heise
Soweit die Fakten.
Ein Armutszeugnis.
Das ist genau die Angst mit der Bürger schon lange leben müssen. Die Angst davor, dass Daten gesammelt werden die am Ende irgendwo landen wo sie nicht hin sollten. Genau deshalb, liebe Regierung, stellen wir uns gegen Speicherung unserer Kommunikationsdaten. Aber schön, dass ihr das nun selbst mal erleben müsst. Und schön, dass Wiefelspütz nur der Dampfhammer des Verbots einfällt.
Angst davor, dass Informationen öfentlich zugänglich sind? Angst davor, dass sich plötzlich doch mehr leute dazu entschliessen ihre Stimme für eine kleine Partei abzugeben wenn sie sehen, dass die eine Chance hat?
Angst vor gelebter Demokratie?
Na los, kommt schon. Fordert den Verbot von Twitter. Los macht schon. Ich vergebe gerne DAU Orden.









June 27th, 2009 at 13:49
Der größte Witz an der Sache ist ja immernoch das sowas “früher” per mail, telefon oder sonstigen Kommunikationswegen nicht möglich war. Also verbieten wir jedwede Kommunikation, inklusive der rein mündlichen?
June 27th, 2009 at 14:13
Die Kommunikation zwischen Bürgern ist nun mal ein kräftiger Störfaktor. Verschwörungen, geplante Anschläge, Meinungsmache und viele andere Gefahren wachsen erst du den Austausch der Bürger untereinander. Ohne eine solche Kommunikation gäbe es beispielsweise keine rechtsextremen Kameradschaften, keine gewaltbereite “Autonome”, keine Stammtischstrategen, die am Ende sowieso nur das “kleinere Übel” wählen, weil “es ja doch nichts bringt”. Die Kommunikation des Pöbels ist Gift für die Obrigkeit.
June 27th, 2009 at 20:34
He, das passt doch wunderbar!
Warum stellen wir nicht einfach Twitter auf die Sperrliste? Merkt ja eh keiner unserer Wähler…
June 28th, 2009 at 16:36
In diesem Punkt muss ich leider Herrn W. rechtgeben. Wenn die Möglichkeit besteht, die Ergebnisse vor dem Ende einer Wahl bekanntzugeben, haben diese Einfluss auf die Wahl – und das sollte nicht sein. Konsequenterweise sollte man dann auch keine Veröffentlichungen von Hochrechnungen zulassen.
“Es gibt einen guten Grund, dass die 18-Uhr-Prognose nicht 17.47-Uhr-Prognose heißt: Wähler, die ihre Stimme noch nicht abgegeben haben, sollen in ihrer Wahlentscheidung nicht beeinflusst werden, und es soll verhindert werden, dass sie taktisch wählen — der Grundsatz der Gleichheit der Wahl würde verletzt.”
Artikel bei Bildblog:
http://www.bildblog.de/5236/18-uhr-prognose-immer-frueher/
June 28th, 2009 at 22:30
Die Parteien haben die Ergebnisse ja auch schon viel eher. Hatten sie schon immer. Und schon vor Twitter war es möglich das ganze an die Öffentlichkeit zu bringen.
Meinetwegen soll man halt auf die Umfragen verzichten. (wohlgemerk: verzichten ungleich verbieten). Oder den Personenkreis der Zugang zu den Daten hat einschränken.
June 28th, 2009 at 23:07
Warum nicht gleich Twitter mim Stoppschild versehen
!
June 29th, 2009 at 08:51
In den USA gibt es doch schon seit langem Exit-Polls von den TV-Stationen. Werden die nicht veröffentlicht?
Gleich, geheim und frei sind wichtig und nicht alles was die USA macht ist wünschenswert – aber das Medium kann doch nichts dafür, dass “Geheimnisse” ausgeplaudert werden.
Wenn nur Wahlcomputer von den Entscheidungsträgern so skeptisch betrachtet würden wie Twitter. Denn mit den Zähmaschinen lässt sich eine Wahl deutlich mehr manipulieren als mit einen Kurznachrichtendienst.
June 29th, 2009 at 10:54
“Der denkende Mensch ändert seine Meinung”. Und wenn es kurz vor der Stimmabgabe ist… Warum nicht? Mann sollte ja im allgemeinen min. 2x nachdenken bevor man eine wichtige (und meist nur schwer bzw. garnicht rückgänig machbare) Entscheidung trifft.
Ich kann mir garnicht erklären was das ganze Gehabe soll. Lieber Politiker: Streicht doch einfach Art. 5 komplett und gut ist! Da müsst ihr euch nur einmal das große Genöle anhören und das wars.
In diesem Sinne!
Dr. Seltsam