Kurz vor der Wahl ging es durch die Blogs und Twitter: Die FDP versendet ungefragt E-Mail und SMS Werbung. So was nennt man Spam. Die Leute fragen sich wie die FDP an ihre Daten kam.
Von der Partei der Bürgerrechte und des Datenschutzes (so sehen sie sich zumindest selbst) sollte man was besseres erwarten können.
Nun hat das ZAPP Magazin sich der Sache angenommen und einen Beitrag dazu veröffentlicht. netzpolitik.org hat das ganze nochmal im Blog veröffentlicht.
Nun sieht das ganze ziemlich übel aus. Unerwünschter Massenspam, ungültige Klauseln in AGBs bei SMS Diensten etc.
Unter anderem wird dort auch von sms.de berichtet die dort auch alles andere als gut wegkommen.
Hier erst einmal der Bericht:
Nun hat sich in den Kommentaren aber einer der Geschäftsführer von sms.de gemeldet und ist mal ziemlich angepisst weil die Reportage schlecht recherchiert ist.
Ich bin dem mal nachgegangen.
Ab 2:10 im Video wird folgendes behauptet:
Wer sich hier anmeldet muss deren Nutzungsbedingungen aktzeptieren. Dort steht, dass die Firma anderen Firmen Telefonnummern weitergeben darf. Zur zielgerichteten Werbung.
Das ist schlicht und ergreifend falsch!
Dort steht:
(3) Mit der Registrierung stimmt der Nutzer ausdrücklich zu, dass allgemein gehaltene Informationen über den Nutzer und dessen Verhalten Werbekunden und Kooperationspartnern zur Verfügung gestellt werden dürfen. Dies gilt der zielgerichteten Werbung, z.b. im Online-Bereich oder per SMS.
Da steht kein Wort von Telefonnummern sondern es heisst “allgemein gehaltene Informationen”.
Zum Verständnis: Zielgerichtete Werbung besagt, dass statistische Daten erhoben werden anhand derer man Werbung besser auf den Empfänger abstimmen kann. Im Onlinebereich ganz einfach gesagt: Wer sich viel auf Handy Seiten herumtreibt ist eher an Handy Werbung interessiert als an Werbung für Waschmaschinen.
Desweiteren heisst es in den AGBs (direkt über dem Abschnitt):
(1) Im Rahmen der Registrierung werden von sms.de Personenbezogene Daten erhoben. Diese werden ausschließlich zum Zwecke der Vertragsabwicklung und Kundenbetreuung, sowie zu internen Untersuchungen genutzt. Hierzu zählen u.a. Informationen über Demographie, Interessen und Nutzer-Verhalten. Der Nutzer erklärt hierzu sein Einverständnis.
(2) sms.de veröffentlicht keine persönlichen Informationen der Nutzer zur Identifizierung, außer der Nutzer hat seine ausdrückliche Genehmigung dazu gegeben.
Wenn sich 1 und 3 zuerst zu wiedersprechen scheinen sei angemerkt: Nutzer X hat sich für Handy Y interessiert und Handy Z gekauft ist personenbezogen – 70 von 100 Nutzern haben sich für Handy Y inteessiert und Handy Z gekauft dagegen nicht.
So versteh ich das zumindest. Und da ich selbst für eine online marketing Firma arbeite (ja, nun werft schon eure Tomaten) kannn ich auch sagen, dass letzteres auch die einzige Information ist die Werbetreibende wirklich interessiert.
Desweiteren wurde im Kommentar dargestellt, dass Nutzer nur Werbe SMS bekommen wenn sie das im Kundenbereich extra bestätigen. Und die bestätigung der Handynummer erfolgt durch double opt-in.
Hier ein Screenshot (den hab ich nicht selbst gemacht aber ich will mich da auch nicht anmelden)
Und hier noch ein Auszug aus den AGBs: §10 Absatz 7:
Partnerunternehmen von sms.de, die den Inhalt der Werbe-SMS bestimmen, erhalten in keinem Fall personenbezogene Daten des Nutzers von sms.de; vielmehr werden in allen Fällen die SMS von sms.de direkt verschickt, ohne daß die Mobilfunknummern oder andere Daten an Dritte weitergereicht werden.
Warum schreibe ich das ganze hier nun? Ich will weder Werbung für sms.de machen, noch die FDP komplett entlasten.
Aber wennn man auf der Bildzeitung und anderen Medien wegen schlechtem Journalimus rumhackt muss das auch für Magazine gelten die, meiner Meinung nach, ansonsten eher sehr gute Beiträge veröffentlichen.
Denn das was im Video über die Herausgabe von Daten und die AGBs gesagt wird stimmt nunmal nachweislich nicht. Aus dem gezeigten Abschnitt zum Datenschutz kann man vieles herauslesen und missinterpretieren. Aber von Telefonnummern steht da nichts und das sollte jeder, der der deutschen Sprache mächtig ist, auch sehen.
Ich hoffe das klärt sich irgendwie auf. Aber momentan bin ich von ZAPP äusserst enttäuscht. Denn das war Bildzeitungsniveau (liebe Bild, das ist meine persönliche Meinung zur Qualität eurer Berichterstattungen und keine Tatsachenbehauptung, spart euch das Geld für den Anwalt).
PS: Ich hoffe ich habe jetzt auch wirklich überall FDP stehen… beim erstellen stand zuerst FTP im Titel…









October 2nd, 2009 at 17:07
[...] ZAPP-Bericht über FDP-Spam von sms.de [...]
October 4th, 2009 at 02:40
die sollten sich FSP (freche spam partei) nennen ich hab 2 sms und 2 emails von denen b-kommen und weder vorher noch danach daran gedacht die zu wählen ..
October 4th, 2009 at 12:15
[...] http://fieser-admin.de/2009/zapp-bericht-fdp-sms-spam/ a few seconds ago from mbpidgin [...]
November 19th, 2009 at 23:31
Dass die FDP zu solchen Mitteln greift find ich leicht unprofessionel.